Überlegungen zur Kultur als Einflussgröße im Selbstkonzept (1)

March 14, 2010 by · Leave a Comment
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Überlegungen zur Kultur als Einflussgröße im Selbstkonzept (1)*

In der Literatur existieren unterschiedliche Strukturmodelle zum Selbstsystem**. In modernen Handlungstheorien wird der schon von James (1892) benutzte Hierarchiegedanke fortgeführt (z.B. Lord & Levy, 194). In der Diskussion tauchen daneben Auffassungen auf, die eine Beschreibung des Selbst als Schema oder assoziatives Netzwerk oder Mischformen favorisieren (z.B. Hannover, 1997). Rosenberg (1979) schließt, dass es fast unmöglich sei, die Komplexität des Selbstsystems (“the complex sythesis”) hinreichend zu erfassen. Hier ist diese Frage nich vordergründig. Wichtiger ist vielmehr folgendes: Das angehäufte Wissen in der Psychologie, sei es beispielsweise in der kognitiven Psychologie, sei es in der modernen selbst- oder Ichpsychologischen Theorien (z.B. Färber, 1993); Kohut, 1971); Sullivan, 1953) legt zwingend nahe, das Selbstsystem als ultimativen Bezugspunkt in der Hierarchie der Persönlichkeit anzunehmen und als “Kritische Variable” in der psychologischen Theoriebildung einzubeziehen.

In Anlehnung an Filipp (1979) ist das Selbstkonzept*** als das in autonomer Weise selbsterzeugte “Produkt der Verarbeitung selbstbezogener Informationen” definiert. In ähnlicher Weise fasst H-D: Mummendy (1983, S. 281) das Selbstkomzept als die “Gesamtheit der kognitiven Repräsentationen des “Selbst” und die Gesamtheit als “Einstellungen zur eigenen Person”. Diesen und ähnlichen Definitionen ist gemeinsam, dass sie Modelle der mesnchlichen Informagtionsverarbeitung aus der allgemeinen Psychologie zugrundeliegen. Hierzu ist eine Bemerkung angebracht: Wenn das Paradigma der Machinen- bzw. Computermetapher, wo “Informationen” und “Daten” über spezifischen “Mechanismen” “abgebildet” und “verarbeitet” werden, dahintersteht, greift es an dieser Stelle zu kurz. Folgt man dem Gedanken, die menschliche Psyche als selbstorganisierende Struktur aufzufassen, dann muss der konstruktive Aspekt der selbständigen Erzeugung von Wissen aus Informationen anders hervorgehoben werden. Information ist nicht ohne weiteres mit Wissen gleichzusetzen. Eher ist Information “nur eine besondere Form des Wissens…, nämlich die Art und Weise, wie sich Wissen transportabel macht”  (Mittelstraß, 1992, S. 226). Folglich geht es nicht in ester Linie um “Verarbeitungskompetenzen”, sondern vielmeht um “Wissenskompetenzen”. “Also kommt es darauf an, sehr genau zwischen einem Wissen, das seinen Sitz in einem selbt erworbenen, selbst Wissen produzierenden Sachverstand hat und einem Wissen, das als mitgeteiltes übernommen und weiterverarbeitet wird, zu unterschieden” (ibid., S. 227). Einen Bezugsrahmen für bisherige, kaum noch überschaubare Ergebnisse und künftige Forschungsfragen in der Selbstkonzeptforschung liefern Erpenbeck et al. (1995). Die Autoren stellen den Bezug zum Paradigma der Selbstorganisation ausdrücklich her. Der Grundauffassung folgend, die Psyche als selbstorganisierendes System aufzufassen, können nach Erpenbeck et al. (ibid., S. 90) entsprechende korrespondierende fundamentale Chrakteristika sich selbstorganisierender Systeme zunächst in einer Analogie übertragen werden. Dazu zählen nach Probst (1987, S. 76ff):

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·    Autonomie: Unabhängigkeit, Selbstgestaltung, Selbstlenkung, Selbstregulierung, Aufrechterhaltung der funktionalen Grenzen und der Identität des Systems.

·    Selbstreferenz: operationale Geschlossenheit, innere Kohärenz, Selbstproduktion von Sein, Werden und Entwicklung, Offenheit gegenüber Energie, Materie und Information

·    Komplexität: Unsicherheit, Unbestimmbarkeit, Nichtreduzierbarkeit, unvollständige Beschreibbarkeit, uneindeutige Voraussagbarkeit, Selbstbeeinflussung interner Zustände , Veränderung interner Zustände durch Verhalten und Handeln

·    Redundanz: Untrennbarkeit zwischen organisierendem und organisertem Teil des Systems, mehrere Teile tun dasselbe, flexible Hierarchiebildung, Eigenschaften und Potentiale sind Teil des Ganzen.


* T. Meynhardt: Interkulturelle Differenzen im Selbstkonzept von Managern. ISBN: 3-8309-1182-3

**Selbstsystem ist komplexer als das Selbstkonzept der klassischen Selbstforschung und umfaßt alle als zur Person zugehörend erlebten Bedürfnisse, impliziten Motive, Emotionen etc. Es enthält subkognitive Anteile und erlaubt schnelle Reaktionen auf Wahrnehmungen interner und externer Reize.

*** Das Selbstkonzept umfasst die Wahrnehmung und das Wissen um die eigene Person. Dazu gehört das Wissen über persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben, Gefühle und Verhalten.

Georg Herbert Mead hat in Anlehnung an William James eine Einteilung des Selbst in I und Me vorgenommen. I ist the knower – der wissende, handelnde, aktive Teil des Selbst. Me ist the known – das Gewusste, das Fundament unserer Persönlichkeit. Das Selbstkonzept stellt dabei den dispositionalen, also zeitlich überdauernden Teil des Me dar.

In der aktuellen pädagogisch-psychologischen Forschung sind Herbert Marsh und Richard J. Shavelson wichtige Vertreter der Selbstkonzept-Forschung. Sie haben wesentlich an der Erforschung schulischer Selbstkonzepte gearbeitet, worunter man Personenmerkmale versteht, die Lernen und schulisches Wahlverhalten beeinflussen (vgl. Köller, Trautwein, Lüdtke & Baumert, 2006).

Prof. C.J.M. Beniers

NL Zoetermeer

14-03-2010

© Copyright 2010

Über Professor C.J.M. Beniers

Prof. C.J.M. Beniers ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiet von modernen und internationalen Kommunikationstechniken und Entwickler vom Sechs-Komponenten-Modell. Damit können Firmen, Institutionen und Politiker mit Gesprächspartnern aus aller Welt erfolgreich kommunizieren und verhandeln. Seine Karriere begann als internationaler Manager bei Philips N.V. Später promovierte er als Professor und hat mittlerweile mehr als 35 Jahre Erfahrung als Manager und Management Trainer. Dadurch kennt er beide Seiten, die Theorie und die Praxis, sehr genau. Als Kommunikationsexperte veranstaltet er wissenschaftliche Forschungen im interkulturellen Bereich. Die interessanten Ergebnisse  dieser Forschungen sind in seinen E-Büchern nachzulesen, wie z.B. “Bridging The Cultural Gap”. Hier lernen moderne Manager sich erfolgreich auf Geschäfte mit Leuten aus Fremdkulturen vorzubereiten. Unter anderem werden aktuelle Themen wie Verhandlungen in Krisenzeiten, interkulturelle Barrieren, landesspezifische Kommunikationstechniken, persönliche kulturbedingte Wertesysteme und Missverständnisse behandelt und plausibel erklärt.

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Prof. C.J.M. Beniers

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Die Niederlande

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Kulturelle Unterschiede in der europäischen Fernsehwerbung (4)

July 14, 2009 by · Leave a Comment
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Kulturelle Unterschiede in der europäischen Fernsehwerbung (4)

Der Spot in Europa

Diese nächsten Blogs wenden sich den Spotkulturen 5 ausgewählter Länder Europas zu. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf dem Sichtbarmachen landesspezifischer Besonderheiten in Entwicklung und Aufbau des Spots innerhalb der Zeitspanne Mai 1985 bis Mai 1988. Eine Begründung der jeweiligen Aussagen erfolgt anhand ausgesuchter Praxisbeispiele.

1. Deutschland

a. Die qualitative Entwicklung des deutschen Spots

Würde ein Ausländer eine Charakterstudie über den Deutschen anfertigen, wären wahrscheinlich hauptsächlich verwendete Attribute: fade, ernst, humorlos und konservativ. Selbst wenn es einem Deutschen nicht so scheint, ist die BRD immer noch ein Land extremer Konformität, Gediegenheit und Selbstzensur. Ein Abbild der genannten Eigenschaften stellt sogar der Fernsehspot dar, obwohl man doch annehmen sollte, gerade in der Werbung den innovativen, futuristischen Geist zu finden.

Geht man zu den Anfängen des deutschen Spots zurück, trifft man auf eine Philosophie, die für die ersten Spots kennzeichnend ist: “Ein Spot muss informieren über den Weltausschnitt, den das Produkt darstellt. Zurückhaltung in der Werbe-Rhetorik (Diskurs) und Verzicht auf jede Suggestion (Sympraxis).” Unwissenschaftlich ausgedrückt heißt das – totale Einfallslosigkeit und Niveaulosigkeit. Da die Spots kaum über den Typ 111 hinauskommen, sehen die Spotwerte dementsprechend schlecht aus.

Das anfänglich wichtigste Instrument der deutschen Werbemacher war das Wort, welches der mit Autorität behaftete Präsentator verkündete. Er durfte in keinem Spot fehlen, denn wer hätte dem Produkt sonst Ausdruck verliehen, und dessen unangefochtene Qualität ständig, unterstützt von schriftlich eingeblendeten Schlagworten, wiederholt. Da die Werbespots keinerlei Kontext besaßen, geschweige denn musikalische, filmische oder akustische Elemente gebraucht wurden, setzte man das Mittel der Redundanz in geballter Form ein. Von einer Eigenleistung der Zuschauer wurde von vornherein nicht ausgegangen.

Durfte der Empfänger allerdings doch einmal eine geringfügige Sympraxisleistung vollbringen, sicherte man das Ergebnis sofort explizit ab.

So sah die deutsche Werbelandschaft im Mai 1985 aus. Doch schon ein halbes Jahr später sind kaum noch 1er-Spots zu finden. Die meisten Spots steigen in die mittlere Wertklasse auf. Der Mimesis wird zwar noch immer die größte Bedeutung beigemessen, aber öfter und öfter ist zu erkennen, dass die 3 Dimensionen miteinander kombiniert werden.

In der folgenden Zeit wird deutlich spürbar, dass sich die neu eingeschlagene Richtung der Spotentwicklung durchsetzt. Im Gegensatz zu Mimesis und Diskurs bleibt die Sympraxis anfangs noch etwas zurück, holt aber relativ schnell auf. Die Adressaten beginnen sich, über dargestellte Werte, mit dem Spotgeschehen zu identifizieren, so dass im November 1986 der 333er-Typ dominant wird. An die Gestaltung der Spots werden mitunter schon höchste Ansprüche gestellt. Man versucht dem Empfänger mittels des Diskurses, ein neues Lebensgefühl zu suggerieren. Der Käufer soll aus seinem “Otto-Normalverbraucher – Dasein” herausschlüpfen, seinen Stil finden und ihn mit Hilfe der beworbenen Produkte leben.

Im Mai 1987 schafft die bundesdeutsche Werbebranche den Anschluß an ihre internationalen Konkurrenten. Die Mimesis rückt gegenüber den beiden anderen Dimensionen in den Hintergrund, da endlich erkannt wurde, dass ein vollendeter Spot ausschließlich über hohe Sympraxiswerte erreichbar ist. Deshalb ist die Verbesserung des Diskurses auch künftig von großem Interesse.

b. Auswertung

Die anfängliche Einöde der deutschen Spotlandschaft war erschreckend. Bis 1987 ähnelte ein Spot dem anderen, trotz steigender ästhetischer Qualität. Erst nachdem die festgelegten Muster, nach denen Spots produziert wurden, durchbrochen waren, konnte überhaupt erstmals von unterhaltendem Werbefernsehen gesprochen werden. Eine hauptsächliche Verbesserung der Sympraxis trug dazu bei.

Obgleich sich die deutschen Spots nach 1987 den europäischen Normen anpassen, bleiben sie ungeachtet der hohen Verbesserungsrate unter dem Niveau der meisten europäischen Nachbarländer. Kein Wunder, denn obwohl sie oftmals das “Typisch-Deutsche” verlieren, bleibt ein anderes deutsches Markenzeichen, die Konformität, an ihnen haften.

Die Antwort auf die Frage, wie sich der deutsche Spot im vereinigten Europa positionieren wird, ist noch offen und auch nicht ohne weiteres beantwortbar. Es muss abgewartet werden, wie sich das gesamteuropäische Werbeangebot entwickelt.

c. Rechtliche Vorschriften zur Werbung für bestimmte Produkte

Will man einen Werbespot produzieren, darf die rechtliche Seite nicht außer acht gelassen werden. Wie für jeden anderen Lebensbereich existieren auch in der Werbebranche Gesetze und Vorschriften. Zu den allgemeinen Beschränkungen zählt, dass vergleichende Werbung, sowie Werbung politischer, religiöser und weltanschaulicher Art verboten ist. Werbung für Alkoholika unterliegen der freiwilligen Selbstbeschränkung. Spots für Tabakwaren dürfen im Kino, aber unter keinen Umständen im Fernsehen gezeigt werden, und verschreibungspflichtige Pharmazeutika haben in allen Medien Werbungsverbot.

d. Ein ausgesuchter Werbespot: der Grüne Punkt (20 Sekunden):

Der Spot wurde erstmals in den Sommermonaten 1996 im deutschen Fernsehen insbesondere PRO7) ausgestrahlt. Er wirbt für das Recyclingsystem der “Grüne Punkt”. Das bedeutet, dass nicht wie bei den meisten anderen deutschen Werbespots ein Produkt im Vordergrund steht, sondern eine Institution.

Begonnen wird mit der Einblendung der Worte: “Wir müssen die Rohstoffe der Erde für unsere Kinder erhalten!”. Um dieser Aussage noch größere Bedeutung zu verleihen, hört der Zuschauer die vertrauenerweckende, dunkle, ruhige Stimme einer männlichen Person aus dem Off, die dieselben Worte wiederholt. Gleichzeitig mit der Schrift erscheint das bekannte Zeichen des Grünen Punkts.

Bis zu dieser Stelle stimmen das gezeigte Bild und das gesprochene Wort noch überein. Doch schon mit der nächsten Kameraeinstellung ändert sich das. Worte und Bilder gehen verschiedene, aber nicht getrennte Wege. Die Stimme erklärt, dass die Menschheit die vorhandenen Rohstoffe nicht vergeuden darf. Zu den Rohstoffen gehöre jedoch auch jede Verpackung. Damit diese nicht einfach verschwendet werden, sammelt der Grüne Punkt alle Verpackungen, um sie zu verwerten und neue Rohstoffe daraus zu gewinnen.

Dieser Erklärung schließt sich die Aufforderung zum Mitsammeln von Verpackungen an, so dass “die Rohstoffe auch für unsere Kinder erhalten bleiben.” Der Blick richtet sich in die Zukunft. Nicht nur das Hier und Heute darf interessieren, sondern jeder einzelne muss sich um die weitere Existenz der Welt Sorgen machen.

Der Spot endet abermals mit einer Worteinblendung. Der Grüne Punkt ist jetzt größer und wurde in der Bildschirmmitte plaziert. Schrift und Stimme finden in dem Hinweis: “Setzen Sie ein Zeichen!” wieder zusammen. Die Doppelbedeutung dieser Aussage ist unverkennbar. Der Grüne Punkt selbst ist schon ein Zeichen, dass sich eingebürgert hat, und von den meisten Menschen mit Recycling in Verbindung gebracht wird. Außerdem ist die Redewendung “Ein Zeichen setzen!” althergebracht. Sie hat die Bedeutung “eine besondere Tat durchzuführen, mit der etwas außergewöhnliches erreicht werden kann”.

Wie erwähnt wurde, trennen sich Wort und Bild nach dem ersten Schnitt. Zu sehen ist eine triste, düstere Landschaft. Der Boden hat aufgrund langer Trockenheit Risse. Doch am Himmel schieben sich dunkle Wolken zusammen, ein Blitz fährt in die Erde, und mit der folgenden Kameraeinstellung erfüllt sich die Vorahnung des Zuschauers auf Regen. Ganz langsam bildet sich ein kleines Rinnsal, das im nächsten Bild zu einem großen Fluss mit starken, gesunden Bäumen am Ufer anschwillt. Über einen Wasserfall wird der Ursprung des Wassers bis zu seiner Quelle im Gebirge verfolgt. Dem Zuschauer präsentiert sich ein früher Sonnenaufgang, der das Gefühl erweckt, noch ist es nicht zu spät, noch kann die Welt gerettet werden. Danach ein grünes Blatt auf einer Wasseroberfläche und ein davonfliegender Vogel, der mit seinem Flügel ebenfalls eine Wasseroberfläche streift. Mit den Worten, dass die Rohstoffe für die Kinder erhalten werden müssen, zoomt die Kamera auf zwei ausgelassene Kinder, die durch Wasser hüpfen.

Ein drittes Instrument, die Musik, wird zur Untermalung des gesamten Spots eingesetzt. Leise Klavierklänge unterstreichen den Lauf des Wassers. Erst ganz sacht gehen die Töne bei der Darstellung sprudelnder Wasserfälle zu schnelleren, hellen Tönen über.

Die Bewertung des Spots fällt recht gut aus. Mimetisch erhält er die 4. Stufe. Es wird zwar die ganze Zeit über den Grünen Punkt geredet, aber er erscheint in den Bildern nicht vordergründig. Sie zeigen hauptsächlich das Wasser, wie es in der Natur vorkommt, und wie die Erde ohne Wasser aussehen würde. Das kühle Nass steht stellvertretend für den Rohstoffhaushalt unserer Welt, da es eine der wichtigsten Naturreserven überhaupt ist. Langweilige Stereotypen benötigt der Spot nicht. Die Realität und die Zukunft der Erde werden durch eine geschickte Kombination verschiedener künstlerischer Mittel dargestellt. Das Wasser und alle anderen Rohstoffe sollen uns nicht nur das Leben erle ichtern, sie sind unser Leben, sie sind unsere Existenz. Der Grüne Punkt trägt zur Bewahrung derer bei.

Die Diskursstruktur wird mit dem Attribut vielfältig bewertet. Sprache, Musik und Bild treten miteinander verbunden auf. Die Kamera kommt als diskursives Mittel besonders stark zum Einsatz. Gut getimte Schnitte, und in den Zoom gesetzte Details lassen den Zuschauer trotz des trockenen Themas erwartungsvoll mitgehen. Die Natur auf dem Präsentierteller, und doch diskursiv so gut verpackt, dass auf jeden Fall eine Erinnerung an den Spot zurückbleibt.

Sympraktisch befindet sich der Spot am Ende der 2. und am Anfang der 3. Stufe. Dem Empfänger werden keine Rätsel gestellt. Trotzdem fühlt er sich angesprochen und aufgefordert. Der Zuschauer versteht sofort, welchen Sinn die Worte haben und in welchem Zusammenhang sie mit den Bildern stehen. Er wird angeregt, seine Phantasie spielen zu lassen: “Was wäre, wenn … ?!” Mit Hinweisen und seinen eigenen Vorstellungen soll der Empfänger selbst gewillt sein zu handeln, ohne die gewaltsame Überzeugungsarbeit ständiger Redundanzen.

Mit einem Spotwert von 9-10 könnte man den Spot in die Menge der qualitativ hoch bewerteten Spots einreihen.

Prof. C.J.M. Beniers

NL Zoetermeer

14-07-2009

© Copyright 2009

Über Professor C.J.M. Beniers

Prof. C.J.M. Beniers ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiet von modernen und internationalen Kommunikationstechniken und Entwickler vom Sechs-Komponenten-Modell. Damit können Firmen, Institutionen und Politiker mit Gesprächspartnern aus aller Welt erfolgreich kommunizieren und verhandeln. Seine Karriere begann als internationaler Manager bei Philips N.V. Später promovierte er als Professor und hat mittlerweile mehr als 35 Jahre Erfahrung als Manager und Management Trainer. Dadurch kennt er beide Seiten, die Theorie und die Praxis, sehr genau. Als Kommunikationsexperte veranstaltet er wissenschaftliche Forschungen im interkulturellen Bereich. Die interessanten Ergebnisse  dieser Forschungen sind in seinen E-Büchern nachzulesen, wie z.B. “Bridging The Cultural Gap”. Hier lernen moderne Manager sich erfolgreich auf Geschäfte mit Leuten aus Fremdkulturen vorzubereiten. Unter anderem werden aktuelle Themen wie Verhandlungen in Krisenzeiten, interkulturelle Barrieren, landesspezifische Kommunikationstechniken, persönliche kulturbedingte Wertesysteme und Missverständnisse behandelt und plausibel erklärt.

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Prof. C.J.M. Beniers
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