Faktor Zeit in der interkulturellen Werbung-2
Faktor Zeit in der interkulturellen Werbung (2)
Zeit der Werbung*
Werbung wird nur dann wirksam, wenn sie gesehen wird. Sieht der Zuschauer mehr Stunden pro Tag fern, dann bleibt auch für die Fernsehwerbung mehr Zeit, gesendet zu werden. Wo liegen die Spitzenreiter in der TV-Nutzung und wo wird relativ weniger ferngesehen?
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Land |
1994 |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
Ranking 1998 |
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USA |
243 |
241 |
239 |
238 |
238 |
2 |
|
Frankreich |
189 |
193 |
192 |
193 |
197 |
7 |
|
Deutschland |
178 |
186 |
195 |
196 |
201 |
5 |
|
Spanien |
219 |
219 |
221 |
218 |
218 |
3 |
|
Großbritannien |
228 |
227 |
229 |
228 |
241 |
1 |
|
Tschechien |
179 |
197 |
200 |
192 |
198 |
6 |
|
Russland |
180 |
219 |
224 |
206 |
215 |
4 |
Quelle: IP (1999): Television 90, European Key Facts, S.21 (Über Argentinien, Brasilien, Indonesien und Israel wären keine Vergleichszahlen erhältlich).
Die Statistik zeigt die angloamerikanischen Länder Großbritannien und die USA an vordersten ’Front’. Vergleicht man deren Werte mit Deutschland, Tschechien oder Frankreich, so ergeben sich Abweichungen um mehr als 20%. Das heißt, für die TV-Werbung in den USA oder Großbritannien bleibt rechnerisch ein Fünftel mehr Zeit, Spots über den Äther zu schicken.
Sucht man nach Gründen für diese Unterschiede, so spielen hier u.a. die Akzeptanzwerte des jeweiligen Mediums eine Rolle. So geben beispielsweise 69% der Amerikaner das Fernsehen als wichtigste Quelle für Nachrichten an.** Mit 53% sehen mehr als die Hälfte aller US-Bürger es gleichzeitig als glaubwürdigste aller Nachrichtenquellen an. Dieser Wert wird umso aussagefähiger, wenn man ihn mit dem der zweitwichtigsten Informationsquelle – den Tageszeitungen - vergleicht. So halten weniger als halb so viele Amerikaner, nämlich ledigleich 23%, dieses Medium für das verlässichere. Dieser Nimbus der objektiven und zuverlässigen Informationslieferung, den das Fernsehen in den Vereinigten Staaten besitzt, wird durch die Nachrichtensprecher, die sogenannten anchormen – personifiziert.
In Spanien dagegen ist der Akzeptanzwert des Fernsehens nach der Francodiktatur erheblich geringer. Hier könnte u.a. die ideale Übertragbarkeit von Fußballspielen, dem Nationalsport Nr. 1 auf der iberischen Halbinsel, zu relativ hohen Verweildauern vor dem Fernseher führen. Darüber hinaus sind die TV-Geräte präsent. Der Spanier sieht nicht nur zuhause fern, sondern hat auch in jeder Bar die Möglichkeit fernzusehen.
In Deutschland und Frankreich können die geringeren Werte durch die Wichtigkeit der Druckmedien, insbesondere der Tageszeitungen erklärt werden, die nach wie vor eine starke Konkurrenz zu den audiovisuellen Medien darstellen.
In Ländern wie Brasilien oder Indonesien ist das TV-Gerät die einzige landesübergreifende und für alle Schichten bezahlbare konsumierte Informations- und Vergnügungsquelle. Hier dürften die Werte denen der USA und Großbritannien relativ nahe kommen und lediglich durch längere Arbeitszeiten, schlechtere Erreichbarkeit oder einfach nur Nichtverfügbarkeit von TV-Geräten etwas reduziert sein.
Es bleibt also festzuhalten, dass in den untersuchten Ländern eine einheitliche Fernsehkonsum-Gewohnheit keineswegs feststellbar ist. Ganz davon abgesehen, geben die Zahlen nur Durchschnittswerte wieder und gehen nicht auf schichten- und altersbedingte Unterschiede ein. Ebenfalls dürfte die Zusammensetzung der Sendungen in bezug auf die Platzierung von Werbezeit, interessante Gesichspunkte ergeben.
*http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=963969803
**Roper Starch Worldwide, America’s Watching 1997: Public Attitude Toward Television, New York, 1998
NL Zoetermeer
04-05-2011
© Copyright 2011
Über Professor C.J.M. Beniers
Prof. C.J.M. Beniers ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiet von modernen und internationalen Kommunikationstechniken und Entwickler vom Sechs-Komponenten-Modell. Damit können Firmen, Institutionen und Politiker mit Gesprächspartnern aus aller Welt erfolgreich kommunizieren und verhandeln. Seine Karriere begann als internationaler Manager bei Philips N.V. Später promovierte er als Professor und hat mittlerweile mehr als 35 Jahre Erfahrung als Manager und Management Trainer. Dadurch kennt er beide Seiten, die Theorie und die Praxis, sehr genau. Als Kommunikationsexperte veranstaltet er wissenschaftliche Forschungen im interkulturellen Bereich. Die interessanten Ergebnisse dieser Forschungen sind in seinen E-Büchern nachzulesen, wie z.B. “Bridging The Cultural Gap”. Hier lernen moderne Manager sich erfolgreich auf Geschäfte mit Leuten aus Fremdkulturen vorzubereiten. Unter anderem werden aktuelle Themen wie Verhandlungen in Krisenzeiten, interkulturelle Barrieren, landesspezifische Kommunikationstechniken, persönliche kulturbedingte Wertesysteme und Missverständnisse behandelt und plausibel erklärt.
Kontakt:
Prof. C.J.M. Beniers
Amaliaplaats 2
2713 BJ Zoetermeer
Die Niederlande
Kulturelle Unterschiede in der europäischen Fernsehwerbung (1)
Kulturelle Unterschiede in der europäischen Fernsehwerbung-1
1. Zum Begriff
Werbung ist ein heute weithin bekannter Begriff (eingeführt 1929 von Prof. Seyffert in seinem Buch “Allgemeine Werbelehre”). Sie hat die früheren Bezeichnungen “Reklame”, “Propaganda” und “Agitation” abgelöst.
Der Ausdruck Werben kommt von sich drehen, sich wenden, beeindrucken, Wirbel machen, die Werbetrommel rühren oder anwerben. Eine allgemeine Erklärung für das Wort Werbung ist neben vielen anderen Definitionen: “die planmäßige Beeinflussung einer Personengruppe mit dem Ziel, zu einem bestimmten Verhalten anzuregen”.
Werben, Werbung machen ist also ein Thema, mit dem sich die Menschen nicht erst heute beschäftigen, sondern das bereits in viele Bereiche des Lebens eingedrungen ist und schon einige Entwicklungsetappen hinter sich hat.
Ein diesbezügliches Beispiel stellt die Rangfolge der in der Werbung propagierten Wertvorstellungen dar. Die Hierarchie der Wertvorstellungen veränderte sich innerhalb der letzten 80 Jahre kaum. Während in der Werbung am häufigsten Vergnügen/Freizeit, Wissen/Informiertheit und Familie thematisiert werden, stehen diese laut Umfragen in der Bevölkerung erst an 15., 3. bzw. 7. Stelle der Prioritätsliste. Dagegen hat sich der Kommunikationstil, der die Werte transportiert , grundlegend gewandelt. Der Trend geht heute beispielsweise eindeutig in die Richtung der Personifizierung und der Betonung emotionaler Werte anstelle rationaler Argumente.
2. Fernsehwerbung
Fernsehwerbung zählt zu den extensiven Werbemitteln. Es handelt sich dabei um jene Werbemittel, die sich allgemein verbreitend, an soziale Gruppen, Klassen oder Schichten wenden.
Das Werbemedium Fernsehen erfreut sich unter den Werbetreibenden großer Beliebtheit. Es bietet eine Reihe von Eigenschaften, die in ihrer Kombination ohnegleichen sind und die Attraktivität des Fernsehens als Werbemedium begründen. Wesentlichste Merkmale sind dabei das einzigartige Zusammenwirken von Bild, Ton und Motorik, das Erzielen hoher Reichweiten und intensiver Kontakte, sowie die guten Meßmethoden. Wirtschaftswerbung im Fernsehen ist in der Lage ein Produkt oder einen Hersteller, sehr schnell bekannt zu machen, Vertrauen für eine Marke oder Leistung zu erringen oder Imagepflege zu betreiben.
Die audiovisuellen Medien, zu denen das Fernsehen gehört, leben von der Werbung, die als Teil einer weltweiten Professionalisierung der Kommunikation selbst ein mächtiger Wirtschaftszweig geworden ist. Fernsehwerbung leitet eine fundamentale Veränderung der Medien, deren Wahrnehmung und damit auch eine mittelbare Veränderung der Kultur ein.
3. Wie man Spots bewertet
Fernsehwerbung ist eine der attraktivsten Formen der Werbung. Und obwohl die Werbetreibenden immer noch stetige Umsatzsteigerungen in dieser Branche verzeichnen, nimmt die Akzeptanz der ständig steigenden Anzahl von Fernsehspots beim Publikum ab. Zusätzliche Herausforderungen für die Werber sind außerdem die zunehmende Sättigung des Marktes und die Homogenität der Produkte und Dienstleistungen. Für die Werbetreibenden gilt es, auf diese Problematik schnell und kompetent zu reagieren. Das bedeutet, daß eine fortwährende Weiterentwicklung der Spots notwendig ist.
In vielen europäischen Ländern kann man die qualitative Verbesserung der Werbespots schon seit 1985 beobachten. Der größte Teil der ausgestrahlten Fernsehspots wird sehenswerter und ästhetischer.
Prof. C.J.M. Beniers
NL Zoetermeer
22-06-2009
© Copyright 2009
Über Professor C.J.M. Beniers
Prof. C.J.M. Beniers ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiet von modernen und internationalen Kommunikationstechniken und Entwickler vom Sechs-Komponenten-Modell. Damit können Firmen, Institutionen und Politiker mit Gesprächspartnern aus aller Welt erfolgreich kommunizieren und verhandeln. Seine Karriere begann als internationaler Manager bei Philips N.V. Später promovierte er als Professor und hat mittlerweile mehr als 35 Jahre Erfahrung als Manager und Management Trainer. Dadurch kennt er beide Seiten, die Theorie und die Praxis, sehr genau. Als Kommunikationsexperte veranstaltet er wissenschaftliche Forschungen im interkulturellen Bereich. Die interessanten Ergebnisse dieser Forschungen sind in seinen E-Büchern nachzulesen, wie z.B. “Bridging The Cultural Gap”. Hier lernen moderne Manager sich erfolgreich auf Geschäfte mit Leuten aus Fremdkulturen vorzubereiten. Unter anderem werden aktuelle Themen wie Verhandlungen in Krisenzeiten, interkulturelle Barrieren, landesspezifische Kommunikationstechniken, persönliche kulturbedingte Wertesysteme und Missverständnisse behandelt und plausibel erklärt.
Kontakt:
Prof. C.J.M. Beniers
Amaliaplaats 2
2713 BJ Zoetermeer
The Netherlands
Telefon: +31 (0) 79 – 3 19 03 81
Mobile: +31 (0) 6 2 061 8494
Email: info@beniers-consultancy.com
Webseite: www.beniers-consultancy.com
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