Vertrauen im interkulturellen Kontext

Menschen mit einem Höchstmaß an Selbstvertrauen gehen elastischer selbstsicher vor. Sie zweifeln nicht an sich selbst und handeln, denken meistens zielorientiert. Das Wahrnehmen, Denken, Urteilen und Handeln dieser Menschen ist selbstverständlich von ihrer eigenen Kultur geprägt.
Menschen aus Fremdkulturen erzeugen eher erwartungswidriges Verhalten, bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Beachtung und sind im allgemeinen unberechenbar in ihren Verhaltensweisen. Fremde müssen sich das Vertrauen erst ”verdienen” und ”erarbeiten”, indem sie sich die Werte und Normen der anderen Kultur entsprechend verhalten und diese internalisieren.
Es ist zu erwarten, dass in kollektivistischen Kulturen andere Regeln des Vertrauensaufbaus beachtet und andere Leistungen zur Vertrauensstärkung erbracht werden müssen sowie Vertrauenssicherung und Vertrauensfestigung andere Arten der Investition erfordern als in individualistischen Kulturen.
Menschen aus Kulturen mit hoher Unsicherheitsvermeidung werden von Menschen aus anderen Kulturen ein höheres Maß an Vertrauensaufbau erwarten.
Personen im Auslandseinsatz messen dem Thema des Vertrauensaufbaus große Bedeutung zu. Denn gerade unter fremdkulturellen Handlungsbedingungen wächst die Unsicherheit bezüglich des richtigen, das heißt kulturadäquaten Verhaltens. Außerdem herrscht in derartigen Situationen ein hoher Grad an Orientierungsunklarheit, Intransparenz und Verunsicherung, was man durch die Betonung von Vertrauen (Risikominimierung, Reduzierung von Komplexität, Herstellung von Informationsklarheit und Handlungssicherheit zu bewältigen versucht.
Interkulturelle Begegnung und Kooperation sind besonders im Anfangsstadium mit einem hohen Maß an Intransparenz, Verunsicherung und Orientierungsverlust und subjektivem Kontrollverlust belastet. Zielhandlungen, Handlungsabläufe, selbstverständliche, bislang keiner Beachtung mehr bedurfter Routineabläufe werden gestört, unterbrochen, behindert usw. und erfordern dadurch eine gesonderte Steuerung, Kontrolle, wiederholte Aufmerksamkeit, bewusste Planung und Initiierung. In dieser schwierigen und unüberschaubaren, oft spannungsgeladenen Situation soll zugleich ein erfolgreicher Vertrauensaufbau zum Partner, zu dessen sozialen Umfeld und zum eigenen Lebensumfeld geleistet werden. Im günstigsten Fall wird diese Arbeit mit Behutsamkeit, Vorsicht und einem hohen Maß an eigenkulturell geprägter sozialer Kompetenz angegangen. Der Handelnde bemüht sich, mit SensibilitUat, Empathie und hoher Aufmerksamkeit sein eigenes Verhalten und das seines Partners zu steuern und zu kontrollieren.

About Professor C.J.M. Beniers


Prof. C.J.M. Beniers is a well known authority in the field of modern and international communication techniques. He developed the Six-Component-Model. This model enables companies, institutions and politicians to communicate and negotiate with counterparts from all over the world successfully. His career began as international manager at Philips and later he earned his doctorate as professor in communication. He has more than 35 years experience as manager and management trainer. Thus he knows both sides – theory and praxis – very well. As scientist, Prof. Beniers conducts frequently research in the field of intercultural communication. The results of his interesting research can be found in news articles, free pod casts, audio books and his E-books such as “Bridging The Cultural Gap.” Here, modern managers learn how to prepare for business meetings with people from different cultures; they acquire the techniques and tools to handle situations in times of crises successfully, master intercultural barriers, country-specific communication patterns, looking into personal cultural values & systems. Knowing all this, men can prevent cultural misunderstandings and misinterpretations – not only in business but also in private life.

25-05-2014

Email: info@beniers-consultancy.com
Website: http://www.beniers-consultancy.com

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