Warum ist interkulturelle Kompetenz notwendig?

May 29, 2012 by
Filed under: Kommunikation, Management, Psychologie 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum ist interkulturelle Kompetenz notwendig?(1)

„Die spinnen, die Römer!“ Eine Aussage, die Obelix (in dem Comic „Asterix und Obelix“) bei Kontakt mit den Römern oft und gerne wiederholt. In diesem Comic erfreuen wir uns an Stereotypen, an egozentrischen Sichtweisen, an der Unfähigkeit, sich in den anderen Hineinzuversetzen. Versteht Obelix eine Handlungsweise der Römer nicht, fragt er nicht nach den römischen Gebräuchen oder Sitten, sondern er definiert dieses Verhalten aus seiner sicheren Gewissheit im Mittelpunkt der Welt zu stehen und aus seiner ureigenen gallischen Perspektive.

In unserem Geschäftsleben wäre so eine Einstellung fatal. Die Kommunikation zwischen Menschen, die dem gleichen Kulturkreis angehören, ist ja schon nicht immer einfach, aber ungleich schwieriger ist die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Kulturen. Hier sind nicht nur die individuellen, sondern auch die kulturspezifischen Eigenheiten des Gegenübers zu beachten. Ob es sich beispielsweise um Begrüßungsrituale, Gesprächspausen, Körperdistanz oder die Bedeutung des Lachens handelt, alles was wir sagen, tun oder denken ist kulturell geprägt. Soll die interkulturelle Kommunikation erfolgreich sein, dann ist also eine besondere interkulturelle Sensibilität, eine besondere interkulturelle Kompetenz notwendig.

Wir leben in einer Zeit zunehmender Globalisierung. Internationale Kontakte sind an der Tagesordnung. Kaum eine Firma, die nicht exportiert oder importiert, viele Firmen haben global verteilt Tochterunternehmen, Joint-Ventures oder sonstige Kooperationen.

Dadurch werden die Anforderungen an deutsche Führungskräfte (Expatriates) komplizierter. Es kommt nicht nur auf fachliche Kompetenz, sondern vor allem auf soziale Kompetenz an. Wollen sie erfolgreich sein, müssen sich Führungskräfte schnell an neue und unterschiedliche Situationen anpassen können, auch in Bezug auf Situationen, die im Vergleich zur eigenen Kultur verschieden sind. Die Anforderungen einer interkulturellen Situation sind allerdings mit dieser situativen Anpassungsfähigkeit nicht zu bewältigen, zu komplex, zu verschieden sind Denken oder Handeln.

Ein „diversity management“, also ein Management der Mannigfaltigkeit, wird eine immer wichtigere Rolle in Unternehmen spielen. Durch die Ergrauung der deutschen Bevölkerung werden immer mehr ausländische Mitarbeiter Stellen in deutschen Unternehmen einnehmen. Kulturell homogene Teams innerhalb einer Firma wird es immer seltener geben. Hinzu kommt, dass die Projekt- oder Teamarbeit längst nicht mehr auf einen Standort oder eine Region beschränkt ist. Projekte, bei denen beispielsweise der Programmierer in Indien, der Entwickler in Frankreich, der Produzent in China sitzen und die Federführung in Deutschland liegt, sind schon längst nicht mehr die Ausnahme. Die Zukunft gehört interkulturellen Teams, die von allen Beteiligten interkulturelle Kompetenz fordern. Führungskräfte, Vorgesetzte und Kollegen müssen Fähigkeiten zur Bewältigung interkultureller Überschneidungssituationen aufweisen.

Wer die interkulturellen Herausforderungen nicht lösen kann, wird über kurz oder lang das Nachsehen haben. Etwa die Hälfte aller interkulturellen Verhandlungen scheitern aufgrund der mangelnden interkulturellen Kompetenz der Beteiligten. Projekt- oder Teamarbeit ist ohne interkulturelle Kompetenz ungleich schwieriger, viel Zeit und damit auch viel Geld gehen unnötigerweise verloren. Wer im Wettbewerb bestehen will – ob als Unternehmen oder als Person – der muss diese interkulturelle Herausforderung erfolgreich bewältigen können.

 Tipp

Notwendigkeit interkultureller Kompetenz

  • Zunehmende Globalisierung
  • Erweiterung der EU
  • Zunahme ausländischer Mitarbeiter
  • Höhere Frequenz interkultureller Überschneidungssituationen

Interkulturelle Kompetenz bzw. erfolgreiche interkulturelle Kommunikation setzt Wissen voraus: Was heißt Kultur? Welche Dimensionen der Kultur gibt es? Was ist interkulturelle Kompetenz und welche Hindernisse sind zu überwinden? Was heißt interkulturelle Kommunikation? Was ist dabei zu beachten? Und schließlich: wie lassen sich interkulturelle Verhandlungen meistern? Das sind die zentralen Fragen, die es im Kontakt mit anderen Kulturen zu beantworten gilt.

(1) C.J.M. Beniers. Managerwissen Kompakt. Interkulturelle Kommunikation. Hanser Verlag München/Wien 2006. ISBN: 3-446-40220-9.

C.J.M. Beniers

NL Zoetermeer

© Copyright 2012

29-05-2012

Über C.J.M. Beniers

C.J.M. Beniers ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiet von modernen und internationalen Kommunikationstechniken und Entwickler vom Sechs-Komponenten-Modell. Damit können Firmen, Institutionen und Politiker mit Gesprächspartnern aus aller Welt erfolgreich kommunizieren und verhandeln. Seine Karriere begann als internationaler Manager bei Philips N.V.  und hat mittlerweile mehr als 35 Jahre Erfahrung als Manager und Management Trainer. Dadurch kennt er beide Seiten, die Theorie und die Praxis sehr genau. Als Kommunikationsexperte veranstaltet er wissenschaftliche Forschungen im interkulturellen Bereich. Die interessanten Ergebnisse der Forschungen sind in seinen E-Büchern nachzulesen, wie z.B. “Bridging The Cultural Gap”. Hier lernen moderne Manager sich erfolgreich auf Geschäfte mit Leuten aus Fremdkulturen vorzubereiten. Unter anderem werden aktuelle Themen wie Verhandlungen in Krisenzeiten, interkulturelle Barrieren, landespezifische Kommunikationstechniken, persönliche kulturbedingte Wertesysteme und Missverständnisse behandelt und plausibel erklärt.

Kontakt:
C.J.M. Beniers

Amaliaplaats 2

2713 BJ Zoetermeer

Niederlande

Telefon: +31 (o) 79 – 3 19 03 81
Mobile: +31 (0) 6 36180834

Email: beniers@beniers-consultancy.com
Website: www.beniers-consultancy.com

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